Gesamt 5. und schnellster Amateur beim IRONMAN Malaysia

Am 17.11.2018 bin ich zum Saison Abschluss beim IRONMAN Malaysia gestartet. Da ich schon 2016 die Hawaii Qualifikation hier geholt hatte, war das Ziel klar aber jedes Rennen ist anders und niemand kann sagen, wie stark die anderen Athleten sind. Die Ankunft verlief schon wieder etwas holprig, da mein Rad nicht mit meinem Flieger ankam, jedoch zum Glück unbeschadet am nächsten Tag geliefert wurde.

Das Teilnehmerfeld war internationaler als die Jahre davor und mit knapp 1300 Startern auch das größte der 5. Auflage des Events. Ich wusste, dass meine Form sehr gut ist, aber dass mir durch die lange Saison auch die Müdigkeit einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Trotzdem ist der IRONMAN Malaysia ein sehr schönes Event, welches man auch als Saisonabschluss „genießen“ kann, falls es nicht gut laufen sollte. Das Ambiente ist fantastisch und die Landschaft super schön. Darum machte ich mir dahingehend keinen Druck im Vorfeld und dachte; „entweder Top oder Flop“. Vielleicht lag es auch mit daran, dass die allgemeine Stimmung und die Einheimischen einfach sehr locker und gut gelaunt sind, was ein angenehmes Umfeld schafft. Die Tage davor konnte ich noch einige gute Trainingseinheiten absolvieren. Und auch wenn die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit hoch waren, hatte ich erstaunlich wenig Probleme die Intensitäten aus den vergangenen Wochen umzusetzen.

Der Start erfolgte um 7:50. Trotz, dass das Wasser mit 28°C sehr warm war, war es bestimmt die kühlste Stunde des ganzen kommenden Wettkampfes. Ich platzierte mich in 3. Reihe, sodass ich mit den schnellen Schwimmern startete. Die ersten 400 m konnte ich die Intensität hoch halten bis ich dann etwas herausnahm. Auf der zweiten Runde verlore ich dann die Gruppe und bin alleine einige Meter geschwommen. Die letzten 800 m waren dann ein reines Geprügel, da wir in die langsamen Schwimmer, die sich auf ihrer ersten Runde befanden, hineinschwammen. Und ich musste aufpassen, nicht zu viel Schläge und Fußtritte abzubekommen. Trotz einiger kleineren Probleme mit der Armmuskulatur am Ende, stieg ich nach guten 56 min aus dem Wasser. Das war für mich eine neue Bestzeit im offenen Wasser ohne Neopren.

Der Wechsel verlief unspektakulär und ich hatte gleich sehr gute Beine auf dem Rad. So ging es nach knappen 5 Kilometern schon in den 20 km langen hügeligen Abschnitt der Strecke. Und nach 10 km passierte dann das Malheur – ich verlor meine Flasche mit Gels und Salz. Diese fiel auch so ungeschickt auf den Boden, dass der Verschluss riss und alles auf dem Asphalt verteilt war. Das war natürlich etwas suboptimal und ich musste mich zurückhalten, nicht zu sehr zu fluchen. Nun galt es, einen Plan B zu erarbeiten, und die Verunsicherung in etwas Positives umzumünzen. Ich entschied mich dazu, pro Verpflegung, wenn möglich 2 Flaschen Isogetränk und evtl. ein Gel aufzunehmen, um den Kalorienbedarf in etwa decken zu können. Allerdings gestaltete sich das sehr schwierig, da die einzelnen Verpflegungsposten nahe beieinanderstanden und ich musste sehr stark abbremsen, um alles zu bekommen was ich benötigte. Trotz alledem bin ich in meinem angestrebten Wattbereich weitergefahren und wartete bis Kilometer 120-140 wie es mit dem Energiehaushalt aussah. Erschwerend kam hinzu, dass bis ca 1.5 h in das Radfahren hinein ein Sturm über die Insel hinwegfegte und die eine oder andere Palme über die Straße geweht wurde. Neben dem starken Wind und Regen machte dies das Radfahren sehr gefährlich und es gab sehr viel Stürze, sodass ich hier etwas konservativer fuhr. Allerdings wusste ich auch, dass ich die kühleren Temperaturen nutzen musste, um Gas zu geben und dann später, wenn es heiß wird etwas herausnehmen zu können. Wie erwartet kam schließlich auch die Sonne heraus und auf den letzten 80 km wurde es merklich heißer und schwüler.

Am Start der 2. Runde fuhr ich auf die führenden Profifrauen auf und konnte die ersten Profimänner am Wendepunkt sehen. Somit wusste ich, dass ich doch einigermaßen gut im Rennen liegen musste. Auf den letzten 5 km fuhr ich noch auf einen Altersklassenathleten auf, an den ich mich hielt, um zusammen mit ihm an die Wechselzone zu fahren. Bisher hatte ich keinerlei Probleme und habe auch das Isogetränk sehr gut vertragen.

Jetzt ging es von der gekühlten Halle der Wechselzone auf den Highway Richtung cenang beach 42 km auf 2.5 Runden ohne Schatten bei über 38°C und mehr als 90% Luftfeuchtigkeit. Gleich zu Beginn versuchte ich mich mit Eis und Schwämmen zu kühlen, was sehr gut funktionierte. Auf den ersten 12 km hielt ich mich sehr zurück, um nicht viel zu schnell zu laufen und nachher einzugehen. So pendelte ich mich bei 4:30 – 4:40 min/km ein. Dies ging bis km 32 gut, bis ich dann Probleme mit der Bauchmuskulatur bekam und ich einige Gehpausen einlegen musste. Woher diese Probleme kommen ist mir bisher unklar, da es Probleme mit der Bauchmuskulatur und nicht mit dem Verdauungstrakt sind. Außerdem wurden auch die Stopps an den Verpflegungsstationen länger, um besser herunterkühlen zu können. So lief ich von Station zu Station, bis dann bei km 37 alles wieder gut ging und ich bei 4:50 bis 5:00 zu Ende laufen konnte. Leider habe ich auf diesen Kilometern etwas verloren und durch den Mangel an Informationen, auf welcher Position ich mich befand, fehlte vermutlich das letzte Bisschen, um mich durch den schwierigen Teil richtig durchzubeißen.

Natürlich war es eine umso größere Überraschung, als der Sprecher im Zielkanal mich als ersten Amateur auf 5. Position ankündigte. Das war absolut das Beste was ich bisher erlebt habe. Mit einem Marathon von 3:29 und einer Gesamtzeit von 9:24 verpasste ich Platz 4 um 1 sec, sicherte mir aber trotz allem die schnellste Radzeit der Amateure, den Altersklassen- Sieg Overall und den Sieg in der Altersklasse M 30-34 und somit eine sichere Qualifikation für den Ironman Hawaii 2019. Darin, dass nur etwas mehr als 900 Athleten die Ziellinie erreicht haben, zeigte sich, wie anspruchsvoll das Rennen in diesem Jahr war.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*