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Sep 11

IRONMAN 70.3 WM Süd-Afrika

Zwei Wochen Süd-Afrika sind schon vorbei. Definitiv ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde.

Angereist bin ich eine Woche vor dem Wettkampf. Und das war auch die richtige Entscheidung, da mein Gepäck gar nicht in Johannesburg ankam und erst zwei Tage später aus Frankfurt geliefert wurde. Des Weiteren gab es am Airport in Port Elizabeth eine böse Überraschung, als ich mein Rad auspackte und kontrollierte: Sattel verbogen und gebrochen, zudem war die Gabel locker. Wie auch immer so etwas passieren kann. Zum Glück gab es in Port Elizabeth einen kompetenten Radhändler, der den ersten großen Schaden beheben konnte und auch einen vergleichbaren Sattel hatte. Bis jetzt hat das Rad auch alles überlebt und ich kann nur hoffen, dass keine Langzeitfolgen irgendwo auftauchen. Bei Carbon weiß man eben nie.

Untergekommen bin ich in der Road Lodge direkt gegenüber vom Zieleinlauf, was organisatorisch sehr angenehm war. Die ersten Tage musste ich durch das fehlende Gepäck und das kaputte Rad mit dem Training etwas improvisieren, und so verbrachte ich den Montag im Addo National Park unweit von PE. Sehr überrascht war ich dann doch von den Temperaturen und dem sehr unbeständigen Wetter. Zum Glück hatte ich aus der Erfahrung in Aix-en-Provence noch ein paar Winterkleider mit im Gepäck.

Als dann endlich mein Gepäck am Dienstagnachmittag kam und auch mein Rad wieder fahrbereit war, konnte ich den ersten Strecken- und Material-Check machen. Dienstag, Mittwoch und Donnertag habe ich noch gut trainieren können und auch das Schwimmen im 50 m-Becken war sehr gut.

Die Trainingseinheiten stimmten mich vor allem für das Schwimmen wie auch für das Laufen zuversichtlich. Beim Radfahren war ich mir durch die noch nicht ganz optimale Sitzposition und ungewohnten Sattel nicht so sicher. Auch die Straßenverhältnisse sind in PE definitiv nicht die schnellsten. Deshalb hatte ich mir gleich von Anfang an keine Zielzeiten oder Ähnliches vorgenommen. Durch diese ganzen Umstände im Vorfeld kam bei mir nicht so richtig Vorfreude auf den Wettkampf auf. Auch der Wetterbericht für den Renntag war eher bescheiden, obwohl es über die Woche hinweg zunehmend besseres Wetter wurde.

Normalerweise lasse ich die Pasta-Party bei einem Wettkampf immer aus, doch es ist ja schließlich eine WM. Also bin ich am Donnerstag zum Welcome-Dinner gegangen. Im Nachhinein war es auch eine gelungene Veranstaltung mit wenig Trubel, guter Unterhaltung und gutem Essen. Am Samstag konnte ich dann den super spannenden Wettkampf der Frauen anschauen, und zum Glück gab mir das auch noch einen kleinen Motivationsschub. Am Nachmittag ging es dann für die Männer zum Einchecken.

Im Gegensatz zum Frauenrennen, welches bei Traumbedingungen stattfand, war der Sonntag kalt, trüb und nass. Trotzdem riskierte ich es ohne Ärmlinge, Überschuhe oder Weste zu starten, in der Hoffnung, dass der Wind nicht zu stark auffrischen würde.

Um 7:30 fiel der Startschuss der Profis. Ich wurde in der AK 30-35 um 8:25 Uhr ins Wasser geschickt. Schon am Start war die Nervosität (oder auch Aggressivität) der Athleten spürbar. Der Start war sehr ruppig und auch der Wellengang deutlich spürbar. Dennoch fühlte ich mich nach den Anfangsschwierigkeiten und Rangeleien ganz wohl und konnte mit guter Zugfrequenz durch das raue Wasser schwimmen. Nach 26 min war ich wieder am Strand. Auf dem Rad fühlte ich mich gleich wohl, fand meinen Rhythmus und musste mich eher ein wenig bremsen von den Wattwerten her, um nicht zu früh alles Pulver zu verschießen. Bis kurz vor dem Wendepunkt ging auch alles sehr gut. Allerdings konnte ich nicht, wie geplant, die letzten Hügel am Wendepunkt nehmen, da ich bezüglich Platten oder Sturz kein Risiko eingehen wollte. Auch die letzten 30 km bin ich sehr konservativ gefahren. Einerseits, weil ich mit dem rauen Straßenbelag einfach nicht zurechtkam, aber auch um keinen Sturz auf der nassen Fahrbahn zu riskieren. Hier habe ich bestimmt die meiste Zeit liegen lassen und evtl. eine Top10 Platzierung verspielt. Der Rad-Split betrug am Ende 2:22 h, 5 min langsamer als erhofft aber im angestrebten Wattbereich.

Der zweite Wechsel verlief einwandfrei. Den Lauf startete ich auf sehr „matschigen“ Beinen, was vermutlich den Vibrationen beim Radfahren zuzuschreiben ist. Aber nach dem ersten Wendepunkt lief es dann. Und ich konnte meinen Schnitt von 4:05 auf 3:55 min/km runterbringen. Der Lauf fühlte sich sehr gut an und ich hatte keinerlei energetische sowie körperliche Probleme. Mit 1:22 h konnte ich den schnellsten Lauf der letzten 2 oder 3 Jahre verbuchen. Das zeigt, dass das Training der letzten Wochen gut angeschlagen hatte.

Mit einer Endzeit von 4:16 h habe ich mir den 19. Platz in der AK und 85. Gesamt gesichert. Von ca. 400 Startern in meiner AK und ca. 4800 Startern gesamt, ist das ganz ordentlich, obwohl ich mit einer besseren Platzierung in der AK gerechnet hätte. Jedoch waren die Abstände auch sehr gering, und zu Platz 5 fehlten dann „nur“ ca.  7 min. Dennoch bin ich durchaus mit der Leistung zufrieden und weiß, an was ich arbeiten kann. Die WM war jedenfalls ein super Event mit guter Organisation und Stimmung.

Nach dem Zieleinlauf gab es dann erst einmal eine warme Dusche und Ingwer im Hotel, da ich doch recht stark ausgekühlt war. Leider hat das alles nichts genutzt und ich lag am Abend mit Schüttelfrost und Magenproblemen im Bett.

Am Montag bin ich dann Richtung Kapstadt gefahren, was nochmals eine schöne Erfahrung war. Unglaubliche Landschaft und Gastfreundschaft. Leider war ich immer noch stark erkältet und mit den Magenproblemen ließ sich nur die Hälfte des geplanten Programms durchführen, dennoch war es eine schöne Woche.